Buchbewertung: 'Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie.'

Veröffentlicht auf 6. April 2015

Buchbewertung: 'Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie.'

Ich hab da diese Theorie, dass man, bevor man stirbt, noch mal seine strahlendsten Sternstunden durchlebt, wisst ihr? Das Schönste, was man je gemacht hat.

S. 76

Eine gute Freundin bewahrt deine Geheimnisse für sich. Eine beste Freundin hilft dir dabei, deine eigenen Geheimnisse sogar vor dir selbst zu bewahren.

S. 103

Inhalt:

Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen würdest du küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten? Samantha Kingston ist hübsch, beliebt, hat drei enge Freundinnen und den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte eigentlich ein Tag werden wie jeder andere in ihrem Leben: mit ihren Freundinnen zur Schule fahren, die sechste Stunde schwänzen, zu Kents Party gehen. Stattdessen ist es ihr letzter Tag. Sie stirbt nach der Party bei einem Autounfall. Und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Siebenmal ist sie gezwungen diesen Tag wieder und wieder zu durchleben. Und begreift allmählich, dass es nicht darum geht, ihr Leben zu retten. Zumindest nicht so, wie sie dachte ..

Meinung:

Das Buch lag lange auf meinem Stapel der Schande, aber jetzt hab ich mir endlich mal die Zeit genommen, es zu lesen. Ich hab angefangen, und bin erst nicht richtig reingekommen, aber nach ungefähr 20 Seiten, konnte ich mich nicht mehr losreißen! Erst dachte ich, dass es ein bisschen langweilig werden dürfte, den gleichen Tag sieben Mal durchzuspielen, wenn auch mit einigen Abwandlungen. Aber genau so ist es eben nicht! Spätestens wenn DER Tag zum 3. mal passiert, und er komplett anders ist als die Tage davor, ist man vollkommen gefesselt! "Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie." ist nicht einfach nur ein typisches Jugendbuch, ein Krimi oder eine Freundschaftsgeschichte - es ist so viel mehr. Es um Gerechtigkeit und darum, Opfer für andere zu bringen bzw. sich für sie einzusetzen, über den eigenen Horizont zu schauen und aus seiner oftmals schönen kleinen Welt hinaus zu blicken, die Realität zu erkennen und sich den Tatsachen zu stellen. Natürlich spielen auch Freundschaft, Liebe und Elemente, die einem Thriller entspringen könnten eine Rolle, aber alles zusammen lässt sich in kein Klischee stecken. Die Charaktere sind so Liebenswert, und vor allem an der Protagonistin Sam sieht man, wie sie Tag für Tag ihre Handlungen ändert, anders denkt und einen neuen Blick auf die Dinge hat. Sie ist schwach, stark, unentschlossen oder wächst über sich selbst hinaus, sie weiß nicht, was sie tun soll, ist gemein, verrückt und dann mal wieder total liebevoll - man darf wohl wirklich jeden möglichen Charakterzug an ihr kennen lernen und genau dadurch kann dieses Buch so ungemein fesseln. Mit dem, was sie in den 7 Tagen erlebt, wird sie immer weiser und es macht einfach so Spaß, sie dabei zu begleiten. Vor allem Sams Clique ist einem ziemlich unsymphatisch, aber dann haben wir auf der anderen Seite Kent und Sams kleine Schwester, die einfach so liebenswert sind! Irgendwann fängt man auch selbst an, sich die eine Frage zu stellen: Was würde ich an meinem letzten Tag tun? Wem würde ich was sagen? Was würde ich ändern? Was kommt nach dem Tod? Und ich denke, desto länger man darüber nachdenkt, desto mehr kann man diese fragen eben nicht beantworten. Das Ende des Buches habe ich mir anders gewünscht, aber obwohl ich nicht zufrieden bin, kann ich gut damit leben, da mich der Rest des Buches wirklich sehr fasziniert hat. Der Roman kann gut für sich allein stehen, aber fast wünsche ich mir eine Fortsetzung, da ich so gerne wissen würde, was mit den anderen Charakteren, die mir so ans Herz gewachsen sind, passiert!

Fazit:

Ich kann nicht lang genug von dem Buch schwärmen! Lauren Oliver ging es, denk ich, vor allem darum zu zeigen, dass im Leben nicht immer alles so ist, wie es scheint. Dass wir Menschen oft falsch vorverurteilen und dass man trotzdem etwas dagegen tun kann, auch wenn man es vielleicht erst später bemerkt. Man kann es wieder gut machen! Aus Fehlern kann und muss man lernen! Es ist nur wichtig, den richtigen Weg dafür zu finden und es zu wollen. Im richtigen Leben haben wir wohl nicht so viele Chancen, etwas wieder gut zu machen, aber ich denke ihr wisst, was ich meine. Was denkt ihr? Findet Sam den richtigen Weg? Meiner Meinung nach, hat sie ihn gefunden. Ich kann "Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie." auf jeden Fall nur empfehlen! Es ist mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen, und auch noch jetzt, ein paar Tage nachdem ich es ausgelesen habe, denk ich drüber nach, und stell mir immer noch gewisse Fragen, die das Buch in mir vorgerufen hat. Es gibt wunderschöne Zitate und ich denke, dass jeder sich mit der Protagonistin identifizieren kann. Es ist wohl eines meiner Lieblingsbücher geworden!

Summer

Geschrieben von Summer

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